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Nachdem seit dem Höchststand im Jahre 2010 die Anzahl der Insolvenzverfahren in Deutschland nunmehr im 7. Jahr in Folge sinken,  fragt die Creditreform in ihrer Auswertung des Insolvenzgeschehens des 1. Halbjahres 2017, ob uns die Insolvenzverfahren ausgehen.

 

Demnach konnte die Creditreform im 1. Halbjahr 2017 58.900 Insolvenzen registrieren, davon 10.300 Unternehmensinsolvenzen, 36.300 Verbraucherinsolvenzen sowie 12.300 sonstige Insolvenzen. Damit ist die Gesamtzahl der Insolvenzen, sollte sich der Trend 2017 fortsetzen, seit 2011 um ca. 31 % zurückgegangen. Lediglich die Anzahl der Insolvenzen ehemals Selbstständiger stieg im 1. Halbjahr 2017 gegenüber dem 1. Halbjahr 2016 leicht an.

 

Neben der guten Konjunktur führt die - wohl auch demographisch bedingte - abnehmende Anzahl von Unternehmensneugründungen zu einer Stabilisierung des Unternehmersektors. Erfahrungsgemäß sind vor allem Neugründungen in den ersten Jahren nach Gründung von einer Insolvenz betroffen.

 

Der Gesamtschaden durch eingetretene Insolvenzen ist zwar deutlich geringer als in den Jahren der Höchststände 2009 und 2010. Verglichen mit den letzten Jahren bleibt er aber auf einem vergleichsweisen hohen Stand von 13 Milliarden € für das 1. Halbjahr bzw. 1,26 Millionen € pro Unternehmensinsolvenz. Da die Deckungsquote im eröffneten Unternehmensinsolvenzverfahren im Durchschnitt im unteren einstelligen Prozentbereich liegt, droht vielen Gläubigern ein Totalausfall.

 

Von der Insolvenz betroffen waren im 1.Halbjahr 2017 ca. 99.000 Arbeitnehmer. Damit ist die Anzahl der betroffenen Arbeitnehmer nunmehr im 8. Jahr rückläufig. Besonders robust zeigen sich die Unternehmen in Baden-Württemberg. Mit einer Insolvenzquote von lediglich 41 je 10.000 Unternehmen weist Baden-Württemberg die geringste Insolvenzquote in ganz Deutschland auf. Sie liegt damit ca. 1/3 unter dem Durchschnitt in Deutschland.

 

Die hohe Zahl der Insolvenzen ehemals Selbstständiger wird hauptsächlich mit dem Gründungsboom nach den Reformen der Schröder Regierung erklärt. Nach dem Scheitern ihrer selbstständigen Tätigkeit können sich diese Personen über ein Insolvenzverfahren verbunden mit einem Antrag auf Erteilung der Restschuldbefreiung von ihrer Schuldenlast befreien.

 

Trotz der guten Wirtschaftslage traf es wieder mittelgroße Firmen, etwa die Solar World AG, die Hamburger Reederei Rickmers, der Kölner Händler Butlers GmbH & Co. KG und die  REGE Motorenteile GmbH aus Thüringen. Trotzdem dominieren Kleinstunternehmen das Insolvenzaufkommen in Deutschland mit einem Anteil von ca. 53 %. Deutlich rückläufig waren dagegen Insolvenzzahlen bei dem klassischen Mittelstand.

 

Bei der Gesamtzahl der Insolvenzen dominieren dagegen diejenigen mit dem Ziel der Restschuldbefreiung, hier Verbraucherinsolvenzen bzw. Insolvenzen ehemals Selbstständiger.

 

 

Heilbronn den  14.7.2017

 

 

Dr. Andreas M. Kramp

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